Das Universum der frühen DDR-Science Fiction

Vorgriff auf das Lichte Morgen
Studien zur DDR-Science-Fiction

Vorgriff Cover

Von Angela und Karlheinz Steinmüller mit einer Bibliographie von Hans-Peter Neumann

 

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In der DDR nahm die "wissenschaftlich-phantastische" oder "utopische" Literatur, anknüpfend an Traditionslinien von Laßwitz bis Dominik, eine relativ eigenständige Entwicklung. Schon allein das Wort "Science Fiction" war lange Zeit verpönt, denn SF war ja eine US-amerikanische, also antihumanistische und imperialistische Sumpfblüte auf dem Feld der Literatur. Utopie aber war für die frühe DDR-SF Legitimation und uneinlösbarer Anspruch zugleich. Die Bezeichung verwies auf eine lange, durchweg positiv gewertete Traditionslinie utopischen Denkens, die nach der offiziellen Lesart unweigerlich zur kommunistischen Perspektive führen mußte.

 

Erstaunlicherweise entwarfen die Autoren der frühen DDR-SF in den fünfziger und sechziger Jahren fast durchgängig ein einheitliches Zukunftsbild. Hätte man eine Person aus einem Roman gegriffen und sie kurzerhand in einen anderen Roman versetzt, so hätte sie sich mit geringer Mühe zurechtgefunden, so sehr glichen sich die Zukunftswelten: Der Kommunismus war weltweit auf dem Vormarsch oder hatte bereits gesiegt, Verbrechen und Geld, Hunger und Krankheiten waren abgeschafft, man lebte im Wohlstand und arbeitete fleißig zum Wohle der Gemeinschaft — ganz nach dem Prinzip "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen". Eine ähnlich harmonische Welt gab es im Westen wohl nur an Bord des Raumschiffes Enterprise...

Leicht vereinfacht läßt sich die Geschichte der DDR-SF in vier Entwicklungsetappen unterteilen:

 

Ein Essay zu Zensur und Selbstzensur in der DDR-SF sowie eine umfassende Bibliographie der DDR-SF, zusammengestellt von Hans-Peter Neumann, ergänzen den mit zahlreichen historisch-thematischen Tabellen und Illustrationen versehenen Band.

 

Der Band, erschienen 1995 beim EDFC (Ersten Deutschen Fantasy Club e. V. Passau), ist derzeit vergriffen. Eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage befindet sich in Planung. Ebenfalls beim EDFC erschienen ist der von Peter Schattschneider und Karlheinz Steinmüller herausgegebene Band "Science Fiction — Sensor oder Motor einer technisierten Welt" (1994).

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