Was wäre, wenn die Mauer nicht gefallen wäre? – 30 Jahre nach dem Herbst 1989 ist die DDR wieder einmal aktuell. So hat sich Antenne Mecklenburg-Vorpommern auf ein Gedankenexperiment um die fiktive Fortexistenz der DDR eingelassen. Die größte Schwierigkeit besteht darin, die Wende 1989 und Einheit 1990 auf historisch plausible Weise zu vermeiden. Da muss man schon an der großen Weltpolitik drehen und Gorbatschow entmachten lassen. Viel leichter ist es dagegen, sich die verlängerte Mangelwirtschaft auszumalen – Handys per Voranmeldung nach fünf bis zehn Jahren – und über die FDJ-Initiative "Kühe ans Netz" zu spekulieren. Auf dem SF-Treffen PentaCon in Dresden vom 1. bis 3. November (Bericht von N. Fiks) konnte ich dann über alternativgeschichtliche DDR-Fiktionen vortragen. Eine Textfassung gab es im Begleitheft des Cons – hier noch einmal erweitert. Mein Fazit: »Dass die DDR zur Alternativgeschichte wurde, ist das Beste, was ihr passieren konnte.«

Quasi spiegelbildlich dazu hat sich Ralf Bülow mit literarischen Utopien vom vorzeitigen Ableben der DDR befasst – auch ein Kapitel Alternativgeschichte.

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